Homeless in New York City

03/23/2010

Mehr als 40.000 New Yorker sind Obdachlos. Das heißt, rund 0,5 Prozent der gesamten Bevölkerung lebt auf den Straßen der Metropole. Zum Vergleich: Berlin schätzt die Anzahl seiner Obdachlosen auf etwa 4.000. Im Verhältnis zur Einwohnerzahl ist das gerade mal ein Fünftel.

Weitaus verwunderlicher als die tatsächliche Anzahl an Obdachlosen ist vielmehr die Tatsache, das diese im alltäglichen Treiben New Yorks – oder vielmehr Manhattans – kaum zu sehen sind. Das Problem ist  schlicht nicht auszumachen. Sicher begegnet man auf einem Streifzug durch die Stadt dem ein oder anderen offensichtlich wohnungslosen. Aber das tatsächliche Ausmaß bleibt unsichtbar.

Genau das soll sich ändern. „Pathways to Housing“ bringt das Problem ans Licht. Mit einer rotierenden Installation sind die Mitarbeiter der Organisation derzeit in New York unterwegs um die Bevölkerung mit der Problematik zu konfrontieren. Ein virtueller Obdachloser wird mittels Beamer auf Häuserfassaden projiziert. Per sms an eine ebenfalls projizierte Servicenummer können Passanten dem Frierenden ein fiktives Obdach gewähren. Außerdem ist es möglich direkt via Mobiltelephon für die 40.000 wohnungslosen zu spenden.

Eine wirklich gute Idee das Unsichtbare in den Spot der Öffentlichkeit zu stellen – mit Erfolg, wie dieses Video hier zeigt.

Wann und wo die einzelnen Installationen stattfinden, darüber informiert Pathways to Housing übrigens auf seiner Fanpage bei Facebook.

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Cultural afternoon at Chelsea Galleries

03/16/2010

Wolfgang – deutscher könnte ein Vorname kaum sein. Und trotzdem findet er sich in einem halbseitigen Artikel im New York Magazine. Oder gerade deshalb?

Wohl kaum. Der Namensträger überzeugt vielmehr durch Qualität. Und das seit mittlerweile mehr als zwei Jahrzehnten. Wolfgangs Job ist es zu beobachten und im richtigen Moment den Auslöser zu drücken. Und das bisweilen mit einem nicht zu unterschätzenden Pathos. Die Szene feiert den gebürtigen Remscheider als einen der wichtigsten zeitgenössischen Künstler. Und – klingelt‘s?
Natürlich. Die Rede ist von Wolfgang Tillmans. Gerade hat er eine Ausstellung in seiner New Yorker Haus und Hof Galerie gegeben. Tillmans ist hier ein gern gezeigter Künstler. Wohl auch, weil er Mitte der 90er Jahre selbst in New York gelebt und gearbeitet hat.

Impressionen der Tillmans-Ausstellung in der New Yorker “Andrea Rosen Galerie”.

Die Ausstellung des Deutschen ging am Wochenende leider zu Ende. Was für den kunstinteressierten New York Besucher allerdings  nur ein kleiner Wehmutstropfen sein dürfte. In Chelsea (s. Textbox unten) gibt es unzählige kleine Galerien die täglich für den Publikumsverkehr geöffnet sind. Und das meist ganz ohne den sonst üblichen Eintritt. Was den nachmittäglichen Kunstspaziergang nicht nur angenehm sondern auch kostengünstig macht. Na dann  – frohes Bildungs-Schlendern.

Chelsea Galleries at a glance

Die meisten Galerien in Chelsea liegen in der 23. bzw. 24. Straße zwischen der 10. und 11. Avenue. Vor allem an regnerischen Tagen treffen sich hier viele kunstinteressierte Touristen aber auch New Yorker auf der Suche nach dem Ungesehenen.
Die meisten Galerien kommen sehr szenisch und natürlich im hier zu vermutenden Loft-Style daher.

Eine Kurzübersicht welche Galerie sich wo findet gibt’s hier. (Map). Wer auf Listen steht findet diese in alphabetischer Reihenfolge hier inkl. Adresse und Telefonnummer der jeweiligen Galerie.

Wer wissen will was auf jeden Fall gesehen werden muss bekommt eine aktuelle Top 5 Übersicht auf nymag.com.